nach Brandstiftung 1927

 

 

 

 

 

 

Die Pension Gästehaus Heller liegt am Fuße der Wehrkirche und war früher ein Winzerhaus bestehend aus Kremser Str. 14 (rechts) und Kremser Str. 195 (links), welche durch eine gemeinsame Terrasse und die freiliegende Stiege verbunden sind.
Auf einem Gemälde aus dem Jahr 1701 ist es bereits zu erkennen, lt. Häuserchronik ist es beinahe 500 Jahre alt* Auszug Häuserchronik

Um 1900 wurde mit dem Bau der Donauuferbahn begonnen, der damalige Hausbesitzer richtete das “Café zur Donauuferbahn” ein.
Zum Bau und Ausbau der Donauuferbahn besuchten viele Arbeiter, die beim Bahnbau mithalfen, das „Café Donauuferbahn“, welches später von Familie Kniewallner betrieben wurde. Resi und Hans Kniewallner (Bruder von Paula Heller) betrieben das Café bis in die späten 1960er Jahre. Kinder dieser Zeit haben das Café zur Donauuferbahn in guter Erinnerung aufgrund der Punschkrapferl und der Himberkracherl.

Café Donauuferbahn – scherzhaft “Bahnhans” genannt.

1922 gründete Franz Heller sen. eine Schneiderei, die von 1955-1992 von Johanna und Franz Heller betrieben wurde. Schon damals wurden Zimmer für „Sommerfrischler“ vermietet, indem man über die Sommermonate einfach das eigene Schlaf- und Wohnzimmer weitervermietete. Selber haben die Quartiergeber dann im Garten oder gar in der Weingartenhütte geschlafen.

Franz Heller (sen. in 2. Generation) vermietete damals das Kabinett bzw. einen Teil seiner Schneiderwerkstatt, die Familie schlief dann gemeinsam im Wohnzimmer. Die Zeiten waren hart, in einem der höheren Teile des Gartens befand sich Platz für das Hausschwein und eine Ziege.

Grossmutter Paula Heller

Grossmutter Paula Heller in Wachauer Tracht

Der Bach floss ungehindert durch den Ort, heutzutage verläuft der Bach unter der Bachgasse unterirdisch.

Im jetzigen Schneiderstüberl – ebenso wie im Frühstücksraum – wurden der bis 1992 viel Dirndl, Trachten, Wachauer Kalmuckjanker und Alltagskleidung von Franz und Johanna Heller (Senioren des Hauses) genäht wurden.

modische Einschätzung Ballsaison 1976

modische Einschätzung Ballsaison 1976

1970 gründeten Franz u. Johanna Heller die Pension Gästehaus Heller, damals noch mit 4 Zimmern.

Franz Heller mit Annemarie Heller und Martina

Franz Heller mit Annemarie Heller und Martina

Tochter Annemarie Heller fühlt sich weniger beim Schneidern, als eher im Tourismus daheim und leitet seit 1993 die Pension Gästehaus Heller.
Bis 2004 war Annemarie noch in der Tourismusinformation von Weißenkirchen tätig, und gibt ihr Wissen über die Wachauer Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Wandertipps etc. gerne weiter.

2004 heiratete Annemarie Heller den aus Straubing/Niederbayern stammenden Alexander Probst. Alexander Probst nahm den Hausnamen Heller an, und führt die Guide/Fremdenführeragentur von Franz Heller weiter, mit der er – hauptsächlich für Kreuzfahrtschiffe und Gruppen – in der Wachau Führungen und Weinverkostungen organisiert.
Annemarie Heller ist gemeinsam mit Ehemann Alexander und Eltern um das Wohl ihrer Gäste bemüht und verwöhnt diese im neuen Frühstücksraum , einem Teil der alten Schneiderei, mit einem reichhaltigen Wachauer Frühstücksbuffet.

Annemarie Heller ist auch mit viel Freude und Engagment Autorin im Wachau-Blog.

Bemüht die historische Bausubstanz zu erhalten, wird das Haus Heller laufend renoviert.
Zuletzt wurde die alte Schneiderei  2007/2008 nach umfassenden Umbauarbeiten zu einem Frühstücks- und Aufenthaltsraum „Schneiderstüberl“, und Zimmer wurden neu möbliert. Im Winter 2013/2014 wurde die Ölheizung gegen eine moderne Pelletheizung getauscht, ein Umbau den man nicht sehen kann, der aber jährlich ca. 17,4 Tonnen CO2 einspart.

Auszug Häuserchronik Weißenkirchen (Quelle Raimund Korner)
Wk Nr. 14 (früher Nr. 8). Dieses Haus war ursprünglich dem (Frauen)Closter Dürnstein dienstbar. Im Archiv des Stiftes Herzogenburg gibt es erhaltene Abgabenbücher: 1516 Schmidt Michl: Haus, dient 20d, von seinem Vattern Schmidt Ulrich 1627 Haus in der Kremser Gasse, 20d: Schöndl Thoman, dann sein Schwager Süß Wolf 1575 Peurin Colman, danach Schöndl Thoman; 1628 Süß Wolf; danach Zipfens Wittib?; 1644 Hanns Schmelz d. ä.; 1650 verkauft Hanns Schmelz d. ä. seine Behausung in der Krembser Gassen an Simon Ritter aus Rottenmann, Stmk., um 190 fl; 1654 Ritter Sigmund, 1660 Süß Ehrenreich; 1664 Schmelz Hanns d. j. erkauft das Haus von Ehrenreich. Süß; Steür Büch 1664: Schmelz Hanns der Jüngere (der Name Schmelz Hanns ist dann gestrichen); 1671 verkauft Hanns Schmelz das Haus in der Kremser Gasse negst bey dem Prun um 110 fl an Johann Stöller; 1693: Wolff Johann, 1714 verkauft Catharina Wolff, Witwe, das Haus um 115 fl an Schopper Thomas; 1750 Schopperische Erben; Hausübergab: Behausung in der Kremser Gasse, zwischen Math. Binder und Jos. Grünwalds Häusern, an Schoppers Tochter und Huber Philipp, dem zukünftigen Ehemann um 155 fl; [Erstes allg. Grundbuch von 1770 bis 1840: Haus in der Kremser Gasse: Hueber Philipp, 1783 H. Magdalena, 1792 Schütz August Elisabeth, 1798 Schütz Matthias und Barbara, 1835 Schütz Franz], 1792 von Huber Ph. um 350 fl an Schütz August verkauft (zwischen Schubert Jacob Wk 13 und Josef Glöckl Wk 16);bei der Feuersbrunst von 1793 abgebrannt; Bauholz für Schütz August; 1798 von Aug. Schütz an seinen Sohn Matthias und Barbara um 350 fl; {Sb von 1813: Schütz Matthias 36j, Barbara 40j und 4 Kinder; Huber Magdalena 60j, Inwohnerin} [Grundbuch von 1830 bis etwa 1875 (im Archiv Pirawarth): 1835 Schütz Franz Katharina, 1868 Schütz Josef und Elisabeth], Sb 1844: Schütz Franz 39j, Katharina 49j und 4 Kinder; Schütz Barbara 76j Inwohner; Sb 1869: Schütz Franz 65j, Josef und Elisabeth, Sohn Johann 1j; 1877 Schütz Josef, Elisabeth; 1900 Kniewallner Alois, Maurermeister und Barbara; K. Alois stirbt 1919, 61j alt; 1922 Heller Franz, 33j, Schneider aus Pablowitz/Böhmen heiratet die Kniewallner Pauline, 29j, Tochter des Alois, Maurermeister, Wk 117; jetzt Fam. Franz Heller. Der Maurermeister Kniewallner errichtete auf seinem Grund ein zweites Haus, das ehemalige Kaffeehaus Kniewallner, heute die Pension Gästehaus Heller.

Innenhof im Haus Heller
Innenhof im Haus Heller